Stefan Schumacher (* 21. Juli 1981 in Ostfildern-Ruit) ist ein deutscher Radrennfahrer. Er lebt in NĂĽrtingen.
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Bearbeiten Karriere
Bearbeiten 2002–2005
Schumacher begann seine Profikarriere im Jahr 2002 beim Team Telekom. Da er 2003 häufig verletzt war und keinerlei Erfolge erzielen konnte, wechselte er zur Saison 2004 mit David Kopp, der dasselbe Schicksal teilte, zum GS-III Team Lamonta. Dort gelang ihm der Durchbruch. Er erzielte einige gute Ergebnisse, unter anderem wurde er deutscher Vizemeister hinter Andreas Klöden.
Bearbeiten 2005
Schumacher zeichnet sich als Allrounder aus, er kommt sehr gut über Hügel und Berge, kann gut Zeitfahren und hält in Massensprints mit. 2005 wechselte er zu Shimano-Memory Corp und gewann die Niedersachsen-Rundfahrt und die Ster Elektrotoer. Beim ProTour-Rennen Amstel Gold Race erreichte er einen 16. Platz.
Bearbeiten 2006
Seit 2006 ist er beim Team Gerolsteiner unter Vertrag. Im Trikot dieses Rennstalls gewann er die fünftägige Rundfahrt Circuit de la Sarthe. Am 8. Mai 2006 entschied er die dritte Etappe des Giro d'Italia für sich, wodurch er als siebter Deutscher überhaupt das Rosa Trikot des Gesamtspitzenreiters übernahm. Am 25. Mai konnte er eine weitere, die 18. Etappe, für sich entscheiden, nachdem er den Sprint einer fünfköpfigen Ausreißergruppe gewann. Mit der Eneco Tour (früher Benelux-Tour) gewann er im August eine weitere mehrtägige Rundfahrt knapp mit Hilfe der Zeitbonifikation für den 3. Platz beim Schlusssprint der letzten Etappe. Umstritten war allerdings ein starker Schlenker von Schumacher 100 Meter vor der Ziellinie, wodurch der bis dato mit 3 Sekunden Gesamtführende des Klassements, George Hincapie, zu Fall kam und dieser durch die 4 Sekundenbonifikation von Schumacher noch abgefangen wurde. Trotz Proteste des amerikanischen Discovery-Channel-Teams um George Hincapie wurde Stefan Schumacher von der Rennjury für nicht schuldig erklärt, da er bei seinem Schlenker einem Fan, der sich zu weit über die Bande gelehnt hatte, ausweichen musste.
Nur wenige Wochen später gewann er die Gesamtwertung der Polen-Rundfahrt und konnte die letzten zwei Etappen gewinnen. Bei seiner zweiten WM-Teilnahme in Salzburg zeigte er sich im Finale sehr aktiv, konnte sich aber nicht entscheidend vom Feld lösen und beendete die WM auf Platz 21 in der vordersten Gruppe.
Am Ende der Saison lag er auf Platz zehn in der Gesamtwertung der UCI ProTour 2006.
Bearbeiten 2007
In seiner 2. Saison beim Team Gerolsteiner 2007 feierte Stefan Schumacher seinen bis dahin größten Erfolg mit dem Sieg bei dem niederländischen Eintagesklassiker Amstel Gold Race, bei dem er vor seinem Teamkameraden Davide Rebellin in das Ziel kam. Bei der Rad-WM in Stuttgart nahe seiner Heimat erzielte Schumacher mit der Bronzemedaille einen weiteren großen Erfolg.
Bearbeiten 2008
Am 27. Juni wurde Schumacher hinter Bert Grabsch Zweiter bei den deutschen Meisterschaften im Einzelzeitfahren. Am 8. Juli gewann er die 4. Etappe der Tour de France im Einzelzeitfahren in Cholet und übernahm dadurch auch das Gelbe Trikot des Gesamtführenden. Das gelbe Trikot konnte er einen Tag später auf der Etappe von Cholet nach Châteauroux verteidigen, verlor es dann aber auf der 6. Etappe 300 Meter vor dem Ziel durch einen Sturz, nachdem er das Hinterrad von Kim Kirchen berührte, der das gelbe Trikot übernahm. Am 26. Juli gewann er auch das zweite Einzelzeitfahren, die 20. Etappe, der Tour de France vor dem amtierenden Zeitfahrweltmeister Fabian Cancellara und dem luxemburgischen Zeitfahrmeister Kim Kirchen. Nach dieser Saison wollte Schumacher, bedingt durch die Auflösung des Gerolsteiner Team, zu Quick Step-Innergetic wechseln.
Bearbeiten Doping
Bei der Rheinland-Pfalz-Rundfahrt am 14. Mai 2005 wurde Schumacher positiv auf Doping, nämlich den stimulierenden Wirkstoff Cathin getestet. Es handelte sich dabei jedoch um eine zuvor vom niederländischen Verband genehmigte Einnahme, die mit der Annahme gerechtfertigt wurde, dass sich die anregende Wirkung auf die Symptome einer attestierten Pollenallergie (Schnupfen, Asthma) lindernd auswirken würde. Am 3. August 2005 erfolgte der Freispruch wegen erwiesener Unschuld.
Eine von Stefan Schumacher fünf Tage vor den Weltmeisterschaften, am 25. September 2007, abgegebene Blutprobe wies verschiedene erhöhte Werte, darunter einen Hämatokritwert von 50,5% auf. Schumacher erklärte diesen Wert mit einer Durchfallerkrankung. Der Radsportler hätte für das Straßenrennen der Profis bei der WM in Stuttgart nach UCI-Reglement mit einer Schutzsperre belegt werden müssen, was aber mit dem Verweis auf einen unter der Grenze von 17 g/dl liegenden Hämoglobinwert (gemessen wurden 16,9 g/dl) und unter Berücksichtigung der bevorstehenden Rad-WM sowie eines später vorgenommenen Testes unter dem kritischen Wert von 50% von der UCI und dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) nicht geschah. So durfte er starten und belegte den dritten Platz. Am 10. Oktober 2007 erklärte der BDR, dass die Urinprobe des Radprofis negativ sei. Als zusätzliche Maßnahme für einen möglichen Beweis seiner Unschuld verwies er später auf eine Studie der Universität Bayreuth (deren Verfasser weist eine Anwendbarkeit der Studie auf Schumachers Fall jedoch zurück) und legte alle Ergebnisse der durch die UCI durchgeführten Tests seit dem 1. Januar 2006 offen.
Bei einer auf einen Autounfall Schumachers im Oktober 2007 folgenden Blutanalyse wurden im Januar 2008 Spuren von Amphetaminen gefunden. Sportrechtliche Konsequenzen ergaben sich für Schumacher dadurch nicht, da der Wirkstoff nicht durch die NADA (mittels A & B-Probe) entdeckt wurde, sondern durch die Verkehrsbehörde.
Am 6. Oktober 2008 berichtete die französische Zeitung L’Équipe, dass Schumacher bei der Tour de France 2008 positiv auf das Blutdopingmittel CERA (EPO) getestet wurde. Sein Team suspendierte ihn daraufhin mit sofortiger Wirkung.[1]
Bearbeiten Wichtigste Erfolge
Bearbeiten Rundfahrten
- Bayern-Rundfahrt 2007
- ENECO-Tour 2006 und Sieger der Nachwuchswertung
- Polen-Rundfahrt 2006
- Circuit de la Sarthe 2006
- Ster Elektrotoer 2005
- Niedersachsen-Rundfahrt 2005
Bearbeiten Eintagesrennen
- Bronze im StraĂźenrennen der Weltmeisterschaft 2007
- Amstel Gold Race 2007
- Silber bei der deutschen StraĂźen-Radmeisterschaft 2004
Bearbeiten Etappensiege
- Tour de France 2008: 2 Etappen (Zeitfahren 4. und 20. Etappe) und 2 Tage Gelbes Trikot
- Bayern-Rundfahrt 2008: 1 Etappe
- Bayern-Rundfahrt 2007: 1 Etappe
- Tirreno-Adriatico 2007: 1 Etappe und 1 Tag Gelbes Trikot
- Giro d'Italia 2006: 2 Etappen und 2 Tage Rosa-Trikot
- Polen-Rundfahrt 2006: 2 Etappen
- ENECO Tour 2006: 1 Etappe
- Sachsen-Tour 2006: 1 Etappe
Bearbeiten Teams
- 2002–2003 Team Telekom
- 2004 Team Lamonta
- 2005 Shimano-Memory Corp
- 2006–2008 Team Gerolsteiner
Bearbeiten Einzelnachweise
Bearbeiten Weblinks
- Offizielle Webseite
- Portrait auf rad-net.de
- Grenzwerte bei Männern für Hämoglobin und Hämatokrit der Sportverbände IAAF, UCI, FIS
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schumacher, Stefan |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Profi-Radfahrer |
| GEBURTSDATUM | 21. Juli 1981 |
| GEBURTSORT | Ruit auf den Fildern |
